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Bild: Henning Angerer

Fraktion aktuell - Juni 2026

Liebe Freund*innen, liebe Interessierte,

der Mai war für uns als GRÜNE Fraktion in Bergedorf ein besonders ereignisreicher Monat: Unser GRÜNER Jahresempfang fand statt und war ein voller Erfolg. Mit vielen unterschiedlichen Gäst*innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Vereinen haben wir uns ausgetauscht und diskutiert. 

Doch während wir auf diese bereichernden Momente zurückblicken, richtet sich unser Blick bereits auf den Juni, den Pride Month. Ein Monat, der zugleich Rückblick und Auftrag ist: Er feiert erkämpfte Rechte und erinnert uns daran, dass diese verteidigt werden müssen, gerade dort, wo queerfeindliche Strömungen auftreten. In Bergedorf setzen wir uns das ganze Jahr über für die Sichtbarkeit der LGBTQIA+-Community ein. Wer sich inspirieren lassen oder selbst aktiv werden möchte, findet im Queer Guide Hamburg eine Fülle an Angeboten, von politischen Diskussionsrunden bis zu bunten Straßenfesten.

Was wir darüber hinaus in den vergangenen Wochen bewegt haben, lest ihr in diesem Newsletter.

Lenka & Nils 🏳️‍🌈

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Bild: Henning Angerer
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Bild: Henning Angerer

Rathaus konkret - Das Wichtigste für euch aus der Bezirksversammlung

Die Juni-Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf liegt hinter uns – und sie hatte einiges zu bieten. Wir haben nachgehakt, wo das Bezirksamt trotz bekannter Probleme nicht handelt, gemeinsam Verbesserungen angestoßen und mit Großen Anfragen unbequeme Fragen gestellt.

Auf der Tagesordnung standen unter anderem der fehlende Schutz für Grünstreifen an der Lohbrügger Landstraße, ungeklärte Zuständigkeiten an einem vermüllten Sportplatz in Bergedorf-West und die Mähpraxis am Altengammer Hauptdeich, die Artenvielfalt verschenkt. Gefreut hat uns der einstimmige Beschluss zu einer Aufklärungskampagne gegen Zigarettenstummel – eine Initiative, die Böden und Badeseen zugutekommen wird. Außerdem haben wir das Bezirksamt gefragt, was es für den kommenden Sommer konkret zum Hitzeschutz plant.

Was genau beschlossen wurde, was offen bleibt und was wir weiter einfordern – alle Details findet ihr in unserem Rückblick auf die Bezirksversammlung vom 28. Mai 2026.

Bild: unsplash.com
Schluss mit der Kippen-Flut in Bergedorf!

Ob Alte Holstenstraße oder Mohnhof – hunderte Zigarettenstummel prägen das Straßenbild. Unsere Abgeordnete Pia Scherhaufer betonte in der Debatte: Die fatalen Folgen reichen von Vergiftungsgefahren für Kleinkinder und Tiere bis hin zu gesperrten Badegewässern wegen der giftigen Blaualgen, die von Zigarettenabfällen profitieren und sich dadurch ungehindert ausbreiten können. Ein einziger Stummel verseucht bis zu 1.000 Liter Wasser mit Nervengiften wie Nikotin und zerfällt zu Mikroplastik. Bereits 30 Minuten Regen spült die Hälfte des Nikotins aus und gelangt in Böden und in Gewässer. Das Leibniz-Institut hat in allen Berliner Gewässern Nikotin nachgewiesen. Unsere Gewässer in Bergedorf sind sicherlich auch betroffen.

Als GRÜNE sagen wir deshalb das weiter Handlungsbedarf besteht, da die aktuellen Maßnahmen nicht ausreichen. Mit einem konkreten Fünf-Punkte-Plan haben wir kreative Aufklärungskampagnen, lokale Künstlerkooperationen, Taschenaschenbecher und auffällige Gully-Markierungen gefordert. Vorbilder wie Stade, Augsburg oder Stuttgart zeigen, dass gezielte Maßnahmen das Verhalten messbar verändern.

In der Bezirksversammlung konnten wir uns fraktionsübergreifend auf einen gemeinsamen Beschluss einigen. Unsere Kernforderungen einer Sensibilisierungskampagne, ÖPNV-Einbindung und Künstler-Aktionen fanden dabei breite Zustimmung und bilden die inhaltliche Grundlage des Beschlusses. Gemeinsam empfehlen wir der BUKEA als zuständiger Fachbehörde weitere Maßnahmen zu ergreifen.

👉 Zu unserem Antrag
👉 Zum Änderungsantrag
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Hitzeschutz in Bergedorf: Was unternimmt das Bezirksamt?

Die Sommer werden heißer und wir spüren das. Besonders in versiegelten, grünarmen Bereichen wie dem Sachsentor, dem Bahnhof/ZOB oder der Lohbrügger Landstraße heizt sich der öffentliche Raum stark auf. Vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und chronisch Erkrankte tragen die größte Last.

Die Zahlen sind alarmierend. Allein 2024 starben in Europa rund 63.000 Menschen hitzebedingt. Für 2026/27 prognostiziert die US-Klimabehörde NOAA einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen „Super-El-Niño" mit erhöhtem Risiko für lang anhaltende Hitzeperioden auch bei uns. Unser Fraktionsvorsitzender und klimapolitischer Sprecher Nils Potthast warnt davor, die Hitzeauswirkungen zu unterschätzen, und drängt auf kurzfristige Lösungen.

Die Grundlage für Handeln liegt längst vor. Der Hamburger Senat hat im Februar 2025 einen gesamtstädtischen Hitzeaktionsplan beschlossen, der ausdrücklich auch die Bezirke in die Pflicht nimmt. Es ist nun Aufgabe des Bezirksamts Bergedorf, diesen Plan in konkrete Maßnahmen vor Ort zu übersetzen. Schatten, Kühlorte, Schutz für vulnerable Gruppen sind keine Wünsche, sondern Anforderungen, für die das Bezirksamt Verantwortung trägt.Die bisherige Bilanz ist dünn. Über vereinzelte Hitzelots*innen hinaus ist kein systematischer Umsetzungsplan erkennbar. Ein Beschluss der Bezirksversammlung von Oktober 2024, der eine Berichterstattung bis April 2025 vorsah, blieb bis heute unbeantwortet.

Mit unserer Großen Anfrage machen wir Druck, denn der Sommer kommt.

👉 Zur Anfrage

Was bewegt Bergedorf?

Bild: Anke Bendt-Soetedjo
Kunst und Erinnerung – Matinee zum Friedensgedenken bei Jan de Weryha

Am 10. Mai lud die KulturWerkStadt Reinbek e.V. unter dem Motto „Wir feiern den Beginn des Friedens nach dem II. Weltkrieg vor 81 Jahren" in die Sammlung des Bergedorfer Künstlers Jan de Weryha ein. Weryha selbst konnte leider nicht teilnehmen. Vor der Tür hatte er drei Skulpturen aufgestellt, die an den Schriftsteller Wolfgang Borchert erinnerten.

In ihren Wortbeiträgen riefen Sabina Ramonat und Dr. Annette Hülsmeyer in Erinnerung, wie froh wir sein können, dass diese Zeit des Hasses vorbei ist und wir gemeinsam auf 81 Jahre Frieden zurückblicken dürfen. Schülerinnen der GSB stellten drei Namenstücher von Menschen vor, die gegen den Faschismus gewirkt hatten. Musikalisch begleitete Lucja Wojdak die Veranstaltung mit ihrem Cello.

Als GRÜNE Fraktion stehen wir für eine offene, demokratische Gesellschaft, in der Erinnerungskultur und das Eintreten gegen jede Form von Faschismus und Ausgrenzung selbstverständlich sind. Wir sind dankbar für diese vielfältigen Formen des Gedenkens an das Leid, das das faschistische Deutschland bis 1945 verursacht hat. Die Matinee machte deutlich, wie glücklich wir uns schätzen können, so lange in Frieden gelebt zu haben – möge es so bleiben.

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Bild: Henning Angerer
Endlich: Karstadt-Flächen in städtischer Hand

Ein verwaistes Kaufhaus und eine Baugrube mitten im Sachsentor: Das ist das sichtbare Ergebnis privater Bodenspekulation. Sechs Jahre lang blockierten die Grundeigentümer jede Entwicklung, weil ihnen die zu erwartenden Gewinne zu niedrig waren. Nun hat der rot-grüne Senat gehandelt und beide ehemaligen Karstadt-Grundstücke im Sachsentor und am Bergedorfer Markt erworben. Insgesamt 4.200 Quadratmeter in zentralster Lage gehören jetzt der öffentlichen Hand.

Das Bebauungsplanverfahren für die Baulücke am Bergedorfer Markt ist weit fortgeschritten, die Architekturentwürfe aus den Wettbewerben von 2022 wurden konkretisiert und von Verwaltung und Bezirkspolitik positiv bewertet. Nun kann die Stadt neue, handlungsbereite Partner für eine Bebauung mit Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel und ergänzenden Nutzungen suchen.

Unser stadtentwicklungspolitischer Sprecher Dieter Polkowski mahnt, dass diese Chance nicht verspielt werden darf. Die Innenstadt braucht bezahlbare Wohnungen, kulturelle Angebote und von Ketten unabhängige Gastronomie und Handel. Die Stadt darf die Grundstücke daher nicht an den Meistbietenden verkaufen. Wir werden den Prozess aktiv begleiten und darauf drängen, dass die Interessen Bergedorfs dabei nicht hinten runterfallen.

Shout-Out: Engagement vor Ort

Bild: Tomatenretter e. V. 

Tomatenretter e. V. 

Am Deich der Gose Elbe wächst eine Tomatenvielfalt, die man sonst kaum findet. Der Verein Tomatenretter e. V. bewahrt in Reitbrook seit vielen Jahren ein wertvolles Archiv mit inzwischen 440 samenfesten Sorten, das frei zugänglich ist und stetig weiterentwickelt wird. Was hier gedeiht, findet man in keinem Supermarkt – es ist ein aktiver Beitrag zum Erhalt unseres Saatguts. Jahr für Jahr werden die Sorten geprüft, vermehrt, verkostet und weiterentwickelt. So bleibt die genetische Vielfalt erhalten und zugleich lebendig. Dabei geht es nicht um Masse, sondern um Qualität, Geschmack und Zukunftsfähigkeit.

Aus gärtnerischen Laien ist über die Jahre ein Tomatenretter Team mit fundiertem Fachwissen geworden. Rund zehn Aktive, unterstützt von vielen Helfenden und 340 Fördermitgliedern, ernten jährlich etwa zwei Tonnen bunter Tomaten. Ergänzt wird der Anbau durch Gemüse aus drei Gewächshäusern, Beerenobst und mehr als 30 Apfelsorten zur Selbstversorgung für die Mitglieder.

Klimaschutz beginnt mit ökologischem Anbau, eigenem Kompost und mit behutsamer Pflege der Erde. Teile des Geländes bleiben bewusst unberührt und bieten sichtbar Raum für eine lebendige Artenvielfalt. Doch der Hof ist mehr als ein Garten. Er ist Lernort, Treffpunkt und Teil eines wachsenden Netzwerks. In Workshops - auch mit Schulklassen - und klimapolitischem Engagement im Gartenbau und Naturschutz entsteht hier eine Vision der Zukunft: ein nachhaltiges, solidarisches Zusammenleben – verwurzelt in den Vier-und Marschlanden.


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Bild: Henning Angerer

Fundiert fachlich - Aus dem Fachausschuss für Haushalt und Vergabe

Die Bezirksversammlung Bergedorf hat sich ein neues parlamentarisches Werkzeug gegeben. Seit dem 21. Mai 2026 gibt es den Ausschuss für Haushalt und Vergabe. Das Gremium konstituierte sich an diesem Tag zum ersten Mal und geht auf einen gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und GRÜNEN zurück. 

Worum geht es? In der Bezirksversammlung müssen regelmäßig Mittel freigegeben werden, sowohl im Rahmen des jährlicher Planungen als auch unterjährig, wenn konkrete Vorhaben finanziert werden sollen. Bislang lief das über verschiedene Ausschüsse, ohne dass es eine klare, spezialisierte Anlaufstelle für genau diese Aufgabe gab. Das ändert sich jetzt.

Der neue Ausschuss bündelt die Kontrolle über diese Mittelfreigaben an einem Ort. Er ist zuständig dafür, eingehende Anträge auf Freigabe von Mitteln zu beraten und abzuarbeiten, strukturiert, transparent und mit dem nötigen Sachverstand. Damit stärkt die Bezirksversammlung ihre Funktion als Kontrollgremium gegenüber dem Bezirksamt und schafft mehr Klarheit darüber, wie öffentliche Gelder im Bezirk eingesetzt werden.

Euer Team im Team für Haushalt und Vergabe:
Nils Potthast und Lenka Brodbeck

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Bild: unsplash.com

Vorgemerkt: Termine für dich

  • Mittwoch, 10.06.26 - Sitzung des Fachausschusses für Wirtschaft, Handel und Tourismus
  • Donnerstag, 11.06.26 - Sitzung des Hauptausschusses
  • Dienstag, 16.06.26 - Sitzung des Unterausschusses für Bauangelegenheiten
  • Mittwoch, 17.06.26 - Sitzung des Fachausschusses für Umwelt und Klimaschutz
  • Montag, 22.06.26 - Sitzung des Kulturausschusses
  • Dienstag, 23.06.26 - Sitzung des Jugendhilfeausschusses
  • Mittwoch, 24.06.26 - Sitzung des Fachausschusses für Bauangelegenheiten
  • Donnerstag, 25.06.26 - Sitzung der Bezirksversammlung
  • Mittwoch, 01.07.26 - Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses

Neugierig auf mehr?

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GRÜNE Fraktion Bergedorf
Lenka Brodbeck und Nils Potthast
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