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Bild: Henning Angerer

Fraktion aktuell - Juli 2025

Liebe Freund*innen, liebe Interessierte,

der Sommer steht vor der Tür und viele politische Ebenen gehen in die parlamentarische Pause. Auch unser Newsletter schnauft im August einmal durch. Doch ruhig wird es deshalb nicht: Während in Berlin über den Haushalt und teils massive Kürzungen bei sozialen Programmen diskutiert wird, bleiben auch vor Ort wichtige Fragen auf der Tagesordnung.

In Bergedorf geht es unter anderem um die Zukunft des Innovationsparks, die Transparenz bei Straßenbenennungen, die Nachnutzung des Hauni Areals, natürlich um die Bezirksversammlung und darum, wie wir historische Verantwortung und wissenschaftliche Expertise besser zusammenbringen können.

Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig verlässliche soziale Strukturen, gute kommunale Entscheidungen und eine sorgfältige demokratische Beteiligung sind – in Berlin ebenso wie hier im Bezirk.

Lenka & Nils 🌻

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Bild: Henning Angerer
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Bild: Henning Angerer

Rathaus konkret - Das Wichtigste für euch aus der Bezirksversammlung

Notfallzentrum und stationäre Versorgung am Bethesda Krankenhaus
Gemeinsam mit CDU, SPD und FDP haben wir uns für ein integriertes Notfallzentrum am Agaplesion Bethesda Krankenhaus eingesetzt, es soll die überlastete Notaufnahme durch ein zweites Angebot für ambulante Fälle entlasten. In einem weiteren fraktionsübergreifenden Antrag setzen wir uns zudem gegen einen Abbau von Leistungsgruppen im Zuge der Krankenhausstrukturreform ein. Beide Anträge wurden einstimmig beschlossen.

Rote Fahrradmarkierungen an gefährlichen Kreuzungen
An acht Gefahrenstellen im Bezirk fehlen die vorgeschriebenen roten Radverkehrsmarkierungen, darunter am Beckerkamp und an der Kreuzung Bergedorfer Straße/Vierlandenstraße. Unser Antrag dazu wurde einstimmig in den Ausschuss für Verkehr und Inneres überwiesen.

Beteiligung am DUOday 2027
Gemeinsam mit der CDU haben wir das Bezirksamt aufgefordert, sich 2027 erstmals am DUOday zu beteiligen, einem Aktionstag, der Menschen mit Beeinträchtigungen Einblicke in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht. Der Antrag wurde einstimmig beschlossen.

Beleuchtung am Allermöher Landscheidefleet
Gemeinsam mit SPD und CDU haben wir eine Prüfung der unzureichenden Beleuchtung an der Bushaltestelle am Allermöher Landscheidefleet durchgesetzt. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Unsere Anfragen
Wir als GRÜNE Fraktion haben nachgefragt, was das Bezirksamt konkret zum Hitzeschutz plant, ein systematischer Umsetzungsplan fehlt weiterhin. Beim Ausbau der Busvorrangschaltungen für Busse kommen immerhin schrittweise weitere Ampelanlagen hinzu. Zur Busanbindung des neuen Bille-Gymnasiums und der Stadtteilschule Leuschnerstraße liegen der Verkehrsbehörde bislang keine belastbaren Zahlen vor. Beim Zustand der Radroute 2 zwischen Allermöhe und Mittlerer Landweg sowie bei Parkverstößen in der Hermann-Distel-Straße haken wir weiter nach. Auch zu den Kosten der Wechselbepflanzungen im Bezirk, zum Umbau der Kreuzung Sander Damm/Weidenbaumsweg sowie zum Zustand des Spielplatzes an der Marta-Damkowski-Kehre haben wir uns erkundigt.

Bild: unsplash.com

Viel Aufwand für Blumen, die niemandem nützen

Stiefmütterchen am Mohnhof, Sommerblumen am Lohbrügger Markt, Wechselbepflanzung am Kaiser-Wilhelm-Denkmal, alles hübsch anzusehen aber ökologisch oft wertlos. Viele dieser Ziersorten sind nicht heimisch, bieten Insekten kaum Nahrung und müssen mehrmals jährlich komplett neu gepflanzt werden. Dazwischen: künstliche Bewässerung in jedem Hitzesommer, Personal, Technik und am Ende landen die verblühten Pflanzen auf dem Kompost.

Als GRÜNE Fraktion Bergedorf setzen wir uns konsequent für ein klimaangepasstes, ökologisch wertvolles Stadtgrün ein. Mit dem „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün” und der Klimaanpassungsstrategie hat sich Hamburg klare Ziele gesetzt. Doch Anspruch und Praxis klaffen beim Bezirksamt Bergedorf auseinander, solange öffentliche Gelder weiter in eine Bepflanzungsform fließen, die viel Wasser und Arbeit kostet, aber keinen nachhaltigen Mehrwert hat.

Mit unserer Großen Anfrage fordern wir vom Bezirksamt vollständige Transparenz, alle Standorte, die tatsächlichen Kosten aufgeschlüsselt nach Pflanzenmaterial, Arbeit und Bewässerung, sowie Auskunft über Herkunft und Auswahlkriterien der Pflanzen. Auf Basis dieser Zahlen muss entschieden werden, ob wir das Geld nicht klüger einsetzen, in eine mehrjährige und ökologisch nachhaltige Bepflanzung statt in einen teuren Kreislauf aus Pflanzen, Gießen und Wegwerfen.

Unser Co-Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischen Sprecher Nils Potthast betont, dass Klimaanpassung keine Frage einzelner Leuchtturmprojekte sein darf, sondern auf jeder Grünfläche im Bezirk mitgedacht werden muss. Wir bleiben hartnäckig und berichten, was das Bezirksamt antwortet.

👉 Zu unserer Großen Anfrage
Bild: Fabio Detmer

Rote Radstreifen für mehr Sicherheit an Kreuzungen

Ein zentrales Anliegen für eine fahrradfreundliche Mobilitätswende in unserem Bezirk ist für uns als GRÜNE Fraktion die Entschärfung von Gefahrenstellen. Deshalb haben wir in der letzten Bezirksversammlung einen Antrag eingebracht. Er zielt darauf ab, Konfliktpunkte an Kreuzungen und Einmündungen deutlicher sichtbar zu machen. Dort, wo Radstreifen auf abbiegenden Individualverkehr treffen, sollen rote Farbmarkierungen für mehr Sicherheit sorgen.

Die farbliche Kennzeichnung ist ein bewährtes Mittel. Sie erhöht die Aufmerksamkeit der Autofahrerinnen für Radfahrerinnen. So sinkt das Unfallrisiko an Kreuzungen und Einmündungen spürbar. Die Maßnahme ist zudem schnell und kostengünstig umsetzbar. Solche Markierungen haben sich bereits in anderen Bezirken bewährt.

Der Antrag fand in der Bezirksversammlung keine Mehrheit. Er wurde zur weiteren fachlichen Beratung an den Ausschuss für Verkehr und Inneres überwiesen. Unser verkehrspolitischer Sprecher Fabio Detmer betonte in seiner Rede, dass wir nicht wie im Bezirk Mitte erst warten wollen, bis es an Kreuzungen zu Unfällen mit Radfahrer*innen kommt, meist leider auch mit Todesfällen. Stattdessen wollen wir proaktiv durch kleinere Maßnahmen wie das Roteinfärben der Radstreifen an sensiblen Bereichen für mehr Sicherheit sorgen. Wir bleiben an dem Thema dran und verfolgen die weiteren Beratungen im Ausschuss aufmerksam.

👉 Zum Antrag

Was bewegt Bergedorf?

Bild: unsplash.com
Straßenbenennung im Innovationspark: Gute Verfahren, bessere Sichtbarkeit

Straßennamen prägen das öffentliche Gedächtnis über Generationen und entscheiden, welche Geschichten und Persönlichkeiten sichtbar werden. Lenka Brodbeck setzt sich für die GRÜNE Fraktion seit drei Jahren dafür ein, das Verfahren zur Straßenbenennung transparenter und fachlich fundierter zu gestalten. Ziel ist, dass Institutionen wie die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte, die AG Gedenken oder wissenschaftliche Einrichtungen des Innovationsparks bereits vor der politischen Beratung Vorschläge einbringen können.

Ein wichtiges Anliegen ist zudem die geschlechtergerechte Sichtbarkeit. In Hamburg sind Straßenbenennungen nach wie vor unausgewogen, der überwiegende Teil geht auf Männer zurück, während Frauen historisch unterrepräsentiert bleiben. Deshalb ist es wichtig, bei neuen Benennungen gezielt weibliche Biografien mit wissenschaftlicher, gesellschaftlicher oder erinnerungskultureller Bedeutung zu berücksichtigen.

Dass ein offeneres Verfahren Ergebnisse bringen kann, zeigt der Innovationspark selbst. Auch auf unser Bemühen hin schlägt das CC4E der HAW Hamburg Prof. Dr. Werner Beba vor, der den Energie-Campus Bergedorf prägte.

Parallel dazu liegen seit Jahren Vorschlagslisten der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und der AG Gedenken vor, die die GRÜNE Fraktion initiiert hat und die weibliche Biografien enthalten.

Der Innovationspark bietet die Chance, neue Maßstäbe zu setzen, für transparente Verfahren, fachliche Qualität und mehr Vielfalt.

Bild: Henning Angerer
Sozialer Wohnungsbau am Rappoltweg nimmt Gestalt an

Am 29.06. informierte das Bezirksamt über den geplanten sozialen Wohnungsbau am Rappoltweg in Lohbrügge, für die GRÜNE Fraktion war Anke Bendt-Soetedjo vor Ort. Auf dem Gelände des ehemaligen Einkaufszentrums entstehen 56 Wohnungen, darunter eine öffentlich rechtliche Unterbringung für Asyl und Schutzsuchende sowie Wohnungslose mit Dringlichkeitsbescheinigung, womit Bergedorf seiner Verpflichtung nach dem Königsteiner Schlüssel nachkommt.

Etwa die Hälfte der Anwesenden waren direkt betroffene Nachbarn. Sie äußerten Bedenken zur Gebäudehöhe und der damit verbundenen Verschattung, laut Architektenteam seien alle Vorschriften geprüft worden. Die zwölf geplanten Tiefgaragenstellplätze sorgten ebenfalls für Diskussion, da zusätzlicher Parkdruck befürchtet wurde. Frau Stoffers von Fördern und Wohnen beruhigte, Geflüchtete und Wohnungslose besäßen meist keinen PKW.

Die Entscheidung für den seit 2018 diskutierten Standort wurde auch von uns als GRÜNE Fraktion mitgetragen. Eine Standortentscheidung müsse irgendwann fallen, so Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann, weder auf der grünen Wiese noch in der Nachverdichtung seien je alle einverstanden.

Aus dem Publikum kam die Bitte, die Nachbarschaft nach dem Einzug per Hinweiskarte zu informieren. Für die Integration bleibt Fördern und Wohnen die ersten fünf Jahre vor Ort, ergänzt durch Angebote wie das Haus für Alle, die offene Kinder-und Jugendarbeit und das Clippo. Die Kinder werden auf Kitas und Schulen verteilt, diese sollten Unterstützung der Behörde erhalten. Gesundheitsversorgung und Nahversorger sind uns wichtig.

Shout-Out: Engagement vor Ort

Bild: Nils Potthast

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Bergedorf

Der ADFC ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Interessen der Radfahrenden einsetzt, ähnlich wie der ADAC für den Autoverkehr. In Hamburg gibt es keine Ortsgruppen, stattdessen bearbeiten Arbeitsgruppen verschiedene Themen. Eine Ausnahme bilden die sieben Bezirksgruppen mit Schwerpunkt Fahrradinfrastruktur, die durch ihre lokalen Kenntnisse besonders wirkungsvoll sind und eng mit Verwaltung, Verkehrspolizei und Politik zusammenarbeiten.

Die Bezirksgruppe Bergedorf wurde 2012 gegründet und besteht seither aus etwa 10 bis 12 Aktiven. Von Anfang an entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit den GRÜNEN, da beim Thema Radverkehr viele gemeinsame Interessen bestehen.

Die Mitglieder sammeln Unzulänglichkeiten wie falsche Beschilderung und wenden sich an zuständige Stellen wie die Verkehrspolizei der Bergedorfer Wache. So wurden schon viele Behinderungen entschärft, etwa enge Gitter auf dem Marschbahndamm oder eine fehlende Ampel am Ende der Kurt-A.-Körber-Chaussee.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Begleitung von Straßenplanungen. Seit rund zehn Jahren zählt der ADFC zu den Trägern öffentlicher Belange, sodass Verbesserungen oft schon vor dem Baubeginn erreicht werden.

Die Bezirksgruppe trifft sich einmal im Monat am dritten Mittwoch in der Lola. Da die Lola im Sommer geschlossen ist, findet das nächste Treffen am 19. August um 19 Uhr statt. Wer mitmachen möchte, ist willkommen, eine Mitgliedschaft im ADFC ist nicht nötig.


👉 Mehr Infos

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Bild: Henning Angerer

Fundiert fachlich - Aus dem Stadtentwicklungsausschuss

Im Stadtentwicklungsausschuss (SEA) werden alle kleineren und großen Stadtentwicklungsvorhaben oder -planungen diskutiert und abgestimmt. Am Ende der Diskussionen steht meist ein Bebauungsplan, der von der Bezirksversammlung beschlossen und von der Bezirksamtsleitung als rechtlicher Rahmen für alle Gebäude als Verordnung festgestellt wird.

Wir GRÜNE Fraktion setzen uns im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten dafür ein, dass „nachhaltiges Bauen“ nicht nur ein programmatisches Lippenbekenntnis bleibt. Dazu gehören auch Fragen wie Gebäude und die öffentlichen Räume aussehen sollen, um unser lebenswertes Bergedorf zu erhalten und zu entwickeln. Welche Quartiere sollen erhalten werden? Was ist gute Architektur und Gestaltung? Wie schaffen wir mehr Grün in neue Quartiere aber auch in der bestehenden Stadt?

Bei den meisten Planungen werden in unterschiedlichen Verfahren auch die Bürger*innen nach ihrer Meinung gefragt. Auch wenn die sich oft widersprechenden Anregungen oft nicht eins zu eins übernommen werden können lohnt es sich für Bürger*innen mitzureden. Unser Augenmerk liegt darauf, dass konstruktive Kritik und Anregungen angemessen in die Planungen einfließen.

Die großen Themen oder Projekte sind: die Entwicklung der Innenstadt, Oberbillwerder, die Entwicklung des heutigen Körber-Areals nach dem Umzug der Firma, die Entwicklung kleinerer Wohnquartiere und der Bau von „bezahlbaren Wohnungen“, die Integration der Bergedorfer Straße in die Stadt.

Unser Team im Stadtentwicklungsausschuss:  Fabio Detmer und Dieter Polkowski als Mitglied und Anke Bendt-Soetedjo und Liesing Lühr als Stellvertreterinnen (stimmt das so? – Die Namen habe ich nach Funktion und Alphabet aufgeführt) 



Euer Team im Stadtentwicklungsausschuss:
Dieter Polkowski, Lenka Brodbeck, Fabio Detmer und Liesing Lühr

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Bild: unsplash.com

Vorgemerkt: Termine für dich

  • Dienstag, 07.07.26 - Sitzung des Regionalausschusses
  • 08.07.26 - 19.08.26 - Sitzungsfreie Zeit
  • Donnerstag, 20.08.26 - Sitzung des Fachausschusses für Haushalt und Vergabe
  • Dienstag, 25.08.26 - Sitzung des Jugendhilfeausschusses
  • Mittwoch, 26.08.26 - Sitzung des Fachausschusses für Bauangelegenheiten
  • Donnerstag, 27.08.26 - Sitzung der Bezirksversammlung Bergedorf
  • Montag, 31.08.26 - Sitzung des Fachausschusses für Sport und Bildung
  • Mittwoch, 02.09.26 - Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses

Neugierig auf mehr?

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GRÜNE Fraktion Bergedorf
Lenka Brodbeck und Nils Potthast
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